Claudias Dog Blog

Hier veröffentliche ich kleine Artikel zu Themen, die mich beschäftigen, die zum Nachdenken anregen sollen, die durchaus auch provokant sein können.

Es sind meine ganz persönlichen Gedanken, ist meine ganz persönliche Sicht der Dinge.

Seid nachsichtig mit mir, dass die Artikel hier in voller Länge erscheinen.......

.........PC kann ich nicht so gut wie Hunde.... ;o)


KNIGGE FÜR HUNDEHALTER

oder……..ES KÖNNTE DOCH ALLES SO EINFACH SEIN.......

 

Mit etwas gegenseitiger Rücksichtnahme, mit etwas Good Will könnten wir mit unseren Hunden alle ganz prima zusammenleben und uns richtig schöne Tage machen! Ich finde, das ist etwas, über das man sich durchaus mal ein paar Gedanken machen kann.

 

Ich kenne sie ja alle, die berühmten Sätze wie „Der tut nix!“ oder auch „Die will doch nur spielen!“. 
Ach was! Die kennt ihr auch? Na sowas!  :o)
Da rennen also fremde Hunde, die nicht kontrollierbar,rückrufbar sind, auf andere -oft auch angeleinten- Hunde los, provozieren, pröllen herum, überrennen sie, machen Besteigungsversuche. Da wird auch gefragt „Rüde oder Hündin?“. Und ehe man die Chance zu einer Antwort hat, ist der nur bedingt verträgliche Hund dann u.U. aber schon da.
Solche Sprüche werden nach meiner Erfahrung gerne und bevorzugt benutzt von Menschen, die nicht Willens und/oder nicht in der Lage sind, ihre Hunde unter Kontrolle zu bringen, deren Hunde also schlicht und ergreifend unerzogen/ungehorsam sind.
Ist ja weiss Gott nichts wirklich Neues.
Natürlich bekommt man auch was zu hören, wenn Hunde einem Rüpel sauber und klar sagen, was sie davon halten, von diesem überrannt oder besprungen zu werden: „Nehmen Sie Ihren aggressiven/asozialen Hund weg!“.  Gerne auch mal gepaart mit dem Hinweis „Mein Hund hat doch noch Welpenschutz“. Das kann dann durchaus Hunde betreffen, die bereits lange keine Welpen mehr und bis zu einem Jahr alt sind.

So mancher Hundehalter wird mehr oder weniger Geschichten von unerfreulichen oder unangenehmen bis zu richtig üblen Ereignissen zu erzählen haben, vielleicht im Extremfall sogar solche mit Verletzungs-oder gar Todesfolge. Solche extremeren Vorfälle sind ja GsD selten, aber so selten nun auch wieder nicht, dass man sie vernachlässigen könnte. Ich kenne leider so einiges an Vorkommnissen.

Ich lebe selber mit meinen Hunden schon nach bestimmten Vorstellungen. Ich bemühe mich vor allem auch um Rücksichtnahme und versuche so, als Hundehalter mit meinen Hunden ein vernünftiges und möglichst positives Bild in der Öffentlichkeit abzugeben. Als Gegengewicht zu denen, die sich im besseren Fall gedankenlos, im schlimmeren Fall rücksichtslos in der Öffentlichkeit bewegen. Denn das fällt auf uns Hundehalter insgesamt zurück.
Vielleicht wäre z.B. auch so ein Giftköder-Radar garnicht nötig, wenn wir als  Hundehalter uns alle freundlich und rücksichtsvoll in der Öffentlichkeit verhalten würden. Vielleicht gäbe es dann nicht mehr so derart viele Hundehasser, dass es immer wieder zu Giftköderaktionen käme. Das wird ja mit den Jahren leider eher mehr statt weniger.

Wie geht es mir diesbezüglich mit meinen Hunden? Ich hatte und habe auch kleine Hunde und ich hatte keine gesunden Hunde, die zudem vom TS stammen und somit auch ihre besonderen Vorgeschichten haben. Für meine beiden ersten Hunde bedeutete jede unerfreuliche Situationen ein potentielles Risiko/Gesundheitsrisiko, um von Rückschlägen im Verhaltensbereich mal garnicht zu reden. Da war zum einen meine stressempfindliche Epileptikerin mit ihrem kaputten Beinchen und zum anderen der kleine Rüde mit „langem Rücken“ und seinen Knieproblemen, der zudem recht verhaltensauffällig zu mir kam.  Würde z.b. meine Epileptikerin verletzt worden sein, dann konnte ich sie eben nicht zum nächsten Tierarzt bringen und mal eben zusammenflicken lassen. Jede Narkose, jedes Medikament war für meine Epileptikerin mit einem sehr hohen Risiko verbunden! Und mein Mops hat auch bereits durch einen Biss eines unverträglichen Hundes ein Auge verloren. Auch mein Mopsmädchen ist kein Hund, den man „mal eben“ in Narkose legt und zusammenflickt. Die Plattnasen haben ein deutlich erhöhtes Narkoserisiko. Mein 4kg-Pinscher hält weiss Gott auch nicht alles aus und wenn ihm was passiert, ist das Zusammenflicken auch nicht mal eben gemacht. Mein Terrier wurde schon von einer Boxerhündin attackiert, die sogar einen Kehlbiss ansetzte. Er hatte Mordsglück, dass die „nur“ zwei Löcher gemacht hat und nicht richtig zubeissen konnte. Mit meinen Hunden habe ich also auch schon so einiges erlebt.

Ich kann immer nur möglichst ausweichen und wenn das nicht möglich ist, meine Hunde so gut wie möglich abschirmen und beschützen, mich also vor sie stellen, andere Hunde abblocken und verscheuchen. Meine Hunde müssten ja sonst das ausbaden, was andere durch Gedankenlosigkeit und/oder Rücksichtslosigkeit anrichten.

Vielen anderen Hundebesitzern wird es ähnlich gehen mit ihren Hunden. Hunde können krank sein. Oder sie können einfach nur schon älter sein udn ihre Zipperlein haben. Sie könnten frisch operiert sein. Oder sie wurden gerade erst aus dem TH oder vom TS übernommen. Sie könnten nicht so verträglich sein. Sie könnten ein Angstproblem haben. Oder was auch immer. Da ist allerhand denkbar, was im Sinne der eigenen oder auch der fremden Hunde zur Rücksichtnahme anhalten sollte. Als Hundehalter sollten wir ja alle Hunde mögen.....und nicht nur die eigenen.

Ich habe ja selber sowohl kleine Hunde als auch einen grösseren Hund. So wie ich bzw. meine kleinen Hunde schon oft Probleme mit grösseren Hunden hatten, so kenne ich wirklich eine ganze Reihe grösserer Hunde, die ernsthaft von kleineren Hunden angegangen und teilweise auch sehr verletzt wurden.

Von attackierten Hunden kann man natürlich auch nicht mehr erwarten, dass sie nach solchen Erlebnissen gegenüber anderen Hunden noch besonders tolerant sind. Der eine oder andere grosse Hund wurde z.B. ruckzuck völlig unverträglich mit kleinen Hunden. Die kleinen Hunde werden schissig und zu Leinenpöblern.

Und schon haben wir den schönsten Kreislauf…. zum Nachteil aller!

Wie gehe ich denn mit meinen Hunden um? Meine Hunde haben auf den Wegen zu gehen und sich in meinem Einwirkungsbereich zu befinden. Sie haben sich nicht zu verselbstständigen. Jagen ist ein absolutes NO GO! An Strassen, in Strassennähe udn auf P sind sie angeleint. Egal, wer oder was uns begegnet, meine Hunde rufe ich immer erstmal zu mir bzw. hinter mich. Sie haben weder Radfahrer, noch Jogger, Spaziergänger, Reiter, andere Hunde oder sonstwas zu belästigen. Begegnet uns jemand, der offensichtlich Angst hat, weiche ich möglichst aus oder leine die Hunde an und lasse denjenigen vorbei. Bei angeleinten Hunden werden sie ebenfalls angeleint. Kontaktaufnahmen mit anderen Hunden angeleint/angeleint oder angeleint/unangeleint gibt es keine, da das viel zu viel Konfliktpotential birgt. Hundekot entsorge ich, ausser wir sind in Wald und Feld unterwegs, weil ich da dann doch nicht überall hinterherkriechen will. Felder, auf denen schliesslich unsere Nahrungsmittel wachsen, und Wiesen zur Heugewinnung werden nicht bekackt. Es wird nicht alles und jedes angepinkelt. Räder, Mülltonnen, Autos, Stromkästen etc., aber eben auch bebaute Felder usw. sind tabu und in andererleuts Vorgärten/Gärten oder auf andererleuts Gelände haben sie sowieso nichts zu suchen.
Haben meine und/oder andere Hunde Probs untereinander, halte ich Distanz, usw. etc. pp.

Nein, wir sind nicht perfekt. Wir machen Fehler.

Sie sind nicht die besseren Hunde. Und ich bin nicht der bessere Hundehalter.

Aber ich versuche zumindest, mir sinnvolle Gedanken zu machen, Rücksicht zu nehmen, mich mit meinen Hunden möglichst anständig zu verhalten.

Ich freue mich auch immer, auf andere Menschen zu treffen, die sich offensichtlich ähnliche Gedanken machen und sich mit ihren Hunden angenehm verhalten!

 

Gäbe es eine gute Fee und ich hätte drei Wünsche frei, dann wäre der erste

Wissen & Sachverstand bei allen Hundehaltern.

Der zweite wäre, dass jeder Hundebesitzer sich mit seinem Hund verantwortungsvoll & rücksichtsvoll verhält.

Der dritte wäre, dass  Menschen ihre Liebe zum Hund auch einfach mal dadurch beweisen, dass sie keinen Hund halten.


Thema Qualzucht

Der Begriff Qualzucht ist seit einiger Zeit immer gegenwärtiger. Man kommt als Hundebesitzer oder potentieller Hundebesitzer nicht mehr daran vorbei, sich mit diesem Thema beschäftigen zu müssen. Dankenswerterweise gibt es mittlerweile viele Initiativen, die sich mit dem Thema beschäftigen und Informationen zur Verfügung stellen. Auslöser ist der „Qualzucht-Paragraph“ des Tierschutzgesetzes. Man hat ihn schon vor Jahren eingeführt und seitdem wird mit der Auslegung gerungen. Die praktische Wirkung ist leider nicht so, wie man das seinerzeit erwartet hatte.

In Zusammenhang mit dem Begriff Qualzucht denkt man sofort an die „Plattschnauzen“, an das Brachycephale Syndrom. Als erstes unrühmliches Beispiel wird in der Regel der Mops genannt. Er ist quasi zum Synonym für diesen Begriff geworden. Bei ihm ist das Brachycephale Syndrom eben besonders deutlich in all seinen Ausprägungen zu sehen. Zudem hat wohl jeder schon einmal einen Mops gesehen, der sehr unter seiner Anatomie zu leiden hat. Wer da bewusst hinschaut, bei dem bleibt das Bild einfach hängen.

Aber betroffen vom Brachycephalen Syndrom sind außer dem Mops noch einige weitere Rassen. Englische und französische Bulldoggen sowie Boston Terrier sind betroffen und auch Pekinesen, Shi Tzu sowie Cavalier King Charles. Seltener sind betroffen Boxer, Chihuahua, Malteser, Yorkshire Terrier und Miniatur-Pinscher.

Bevor man sich also für eine der vorgenannten Rassen interessiert, sollte man wissen, was das Brachycephale Syndrom bedeutet. Die Tierklinik Egelsbach hat einen sehr guten Artikel zu diesem Thema auf ihrer Homepage, den ich jedem Interessenten für diese Rassen ans Herz legen möchte.
http://www.kleintierklinik-egelsbach.de/download/brachycephales_syndrom.pdf

 

Ein wichtiger Hinweis ist noch, dass Auswirkungen des Brachycephalen Syndroms beim Welpen noch nicht erkennbar sein müssen. Es wird gerne mit dem Begriff „freiatmende Welpen“ geworben. Das ist absolut unseriös, denn erst im Laufe des Wachstums wird sich zeigen, ob und inwieweit ein Hund betroffen sein wird!

 

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Aber damit sind wir mit dem Thema leider noch nicht durch……..denn:

Alles, was einem Hund ein artgerechtes Leben erschwert oder sogar unmöglich macht, alles, was einen Hund daran hindert, richtig Hund sein zu können, muss kritisch betrachtet werden.

Somit müssen also alle Extreme in der Hundezucht kritisch betrachtet werden!

  • ·       Die einen Rassen werden immer kleiner (Verzwergung)
  • ·       Andere Rassen werden immer grösser und immer massiger
  •         Gesundheit und Robustheit werden nicht konsequent als Zuchtziel verfolgt
  •         Es gibt Rassen, bei denen ein natürlicher Deckakt nicht mehr die Regel ist
  • ·       Kurzläufigkeit wird übertrieben
  • ·       Wahnsinnige Fellmassen werden forciert
  • ·       Ohren hängen bis auf den Boden
  • ·       Schräg abfallende Rücken, gekippte Becken werden angezüchtet
  • ·       Winkelungen spielen keine Rolle mehr (Steilstände Hinterhand z.B.)
  • ·       Bei einigen Rassen sind natürliche Geburten nur noch Ausnahmen
  • ·       Extreme Kurzschnäuzigkeit wird als Zuchtziel gewählt (Brachycephales Syndr.)
  • ·       Das Wesen bzw. die Wesensfestigkeit sind nicht Zuchtziel (Wesensschwäche)
  • ·       Bei einigen Rassen gibt es Apfelköpfe
  • ·       Es wird mit Defektgenen wie z.b. Merle oder Gendefekten wie MDR1 weitergezüchtet
  • ·       Erkrankungen wie Epilepsie werden wissentlich in Rassen verankert
  • ·       Lange Rücken werden übertrieben
  • ·       Usw. usf.

Besonders perfide ist bei all dem, dass rassespezifische Defizite und Erkrankungen einfach mal eben zu Rassemerkmalen erklärt werden.

Meist wird der böse Rassestandard als Schuldiger genannt, als Verursacher der Probleme hingestellt. Damit versuchen so manche Züchter, sich aus der Verantwortung zu ziehen. Ist ja auch schön einfach. Aber die Rassestandards sind dabei nicht die Verursacher.

Verursacht wird Tierleid durch die Auslegung (!) der Standards.

Und da sind ganz klar Züchter und Richter in der Pflicht, aber ebenso Vereine und Verbände! Aber auch der Hundekäufer ist nicht aus der Nummer raus. Auch er hat eine Verantwortung, denn schließlich regelt die Nachfrage das Angebot!

 

Der Hundekäufer sollte „mit den Füssen“ abstimmen und

bestimmte Zuchtrichtungen nicht noch durch Welpenkauf unterstützen!

 

Vor allem sollte man aber auch Abstand nehmen von sogenannten „Wühltisch-Welpen“, von Welpen aus dubiosen Quellen, um den Tierleid produzierenden Handel nicht am Laufen zu halten!


 

Über die Kastration von Hunden außerhalb medizinischer Notwendigkeit

 

Die Kastration eines Hundes ist immernoch ein Thema, zu dem Aufklärung dringend nötig ist. Normalität ist ein intakter Hund!

Das wurde lange nicht so gesehen. So ganz langsam scheint aber eine Wandlung einzutreten und der kastrierte Hund nicht mehr als völlige Selbstverständlichkeit zu gelten.

Sich diesbezüglich alleine auf die Empfehlungen von Tiermedizinern zu verlassen, ist leider nicht angezeigt. Obwohl im Tierschutzgesetz klar gesagt wird, dass nur eine medizinische Indikation zu einer Kastration führen darf, ist die gängige Praxis leider eine andere. Es wird nach wie vor kastriert, was das Zeug hält. Einfach, weil der Besitzer das so will oder schlicht, weil der Tierarzt es empfiehlt und der Besitzer der Empfehlung folgt. Und das oft genug ohne jede weitere oder nur sehr mangelhafte Aufklärung.
Selbst Hundetrainer raten auch heute noch unreflektiert zu Kastrationen, wenn Verhaltensauffälligkeiten gegeben sind, ohne genaue Analyse, ohne fundierte Aufklärung.

Eine Kastration sollte aber immer eine wirklich gut überlegte, wirklich gut abgewägte Einzelfallentscheidung sein!

Ich bin sicher kein Kastrationsbefürworter, aber gewiss auch kein Kastrationsgegner. Ich appeliere nur, sehr, sehr sorgfältig abzuwägen und fundiert zu entscheiden. Im Sinne der Hunde, aber auch im Sinne der Menschen!
Es kann z.B. für einen wirklichen hypersexuellen Rüden ein Segen sein, kastriert zu werden.

Genausogut kann die Kastration eines z.B. instabilen Rüden nach hinten losgehen und das Verhalten eines solchen Hundes erst so richtig problematisch werden lassen, wenn ihm das bis dato noch stabilisierend wirkende Testosteron genommen wird. Eine solche unerwünschte Verhaltensveränderung kann für einen Hundebesitzer zum Alptraum werden und jedes harmonische Miteinander von Hund und Mensch sogar völlig unmöglich machen.

Die sogenannte Frühkastration ist eine Erscheinung, die aus den USA zu uns herüber geschwappt ist und die hier leider immer mehr Verbreitung findet. Unter der Frühkastration versteht man in der Regel die Kastration vor Eintritt der Geschlechtsreife. Es werden vermeintliche Vorteile laut propagiert, über die Nachteile hingegen wird entweder nicht berichtet oder sie werden sogar einfach verneint. Beschäftigt man sich aber mit der Entwicklung von Hunden, kommt man nicht daran vorbei, dass eine Frühkastration rundweg abgelehnt werden muss. Die physischen sowie psychischen Folgen sind erheblich und nicht vertretbar.

Die Sexualhormone sind Bestandteil des endokrinen Systems und regeln deutlich mehr als nur den Sexualtrieb. Gerade während der Entwicklung ist das der Fall.

 

Wer mit dem Gedanken einer Kastration spielt, dem möchte ich ans Herz legen, sich zuvor wirklich erst einmal gut zu informieren und empfehle dazu das Buch von
Gansloßer und Strodtbeck "Kastration und Verhalten beim Hund".

Ebenso kann man von diesen Autoren auch einige Fachartikel ergooglen zu diesem Thema.


 

Zum Einsatz von Maulkörben

und von der Wichtigkeit einer Maulkorbgewöhnung

 

Bei dem Wort Maulkorb zucken die meisten Menschen erst einmal kurz zusammen. Es ist doch ein recht emotional besetztes Thema. Meist wird ja sofort an Hunde mit Aggressionsproblemen gedacht, wenn das Wort Maulkorb fällt.

Für solche Hunde sollte ein Maulkorb/eine Maulkorbgewöhnung natürlich selbstverständlich sein.

ABER: Eine Maulkorbgewöhnung macht immer Sinn! Bei jedem Hund!

 

Betrachten wir also das Thema einmal näher.

Vorausgeschickt sei dazu noch die Information, dass es seit einiger Zeit auch eine wissenschaftliche Untersuchung über den Einsatz von Maulkörben gibt. Wie eine von  Gansloßer begleitete Studie aus 2011 belegt, wird der Hund durch den Maulkorb in keiner Weise beeinträchtigt. Natürlich immer vorausgesetzt, es ist zuvor eine richtige Maulkorbgewöhnung erfolgt!

 

Entgegen der allgemeinen Auffassung, ein Hund sei sehr beeinträchtigt durch das Tragen eines Maulkorbes, hat sich herausgestellt, dass der Hund sehr wohl kommunizieren kann mit Artgenossen und dass der Maulkorb auch nicht den Stresslevel erhöht, sofern der Hund richtig daran gewöhnt wurde. Ein Maulkorb ist nach Gewöhnung also nicht tierschutzrelevant und keine Quälerei für den Hund!

Er ist im Gegenteil ein sehr nützliches Hilfsmittel in den unterschiedlichsten Situationen und ist im Grunde zu betrachten wie Halsband, Geschirr oder Leine, denn auch daran müssen Hunde erst gewöhnt werden. Welpen müssen erst lernen, ein Halsband zu akzeptieren und an der Leine zu gehen. Bei Tierschutzhunden/Auslandshunden hat man es auch oft, dass sie Halsband/Geschirr und Leine erst kennenlernen müssen. Darin unterscheidet sich der Maulkorb also nicht von diesen üblichen Hilfsmitteln, die wir gerne als völlige Selbstverständlichkeit betrachten, weil es sich bei ihnen um gesellschaftlich akzeptierte Hilfsmittel handelt.

 

Was also spricht für eine Maulkorbgewöhnung? In welchen Situationen kann ein Maulkorb sinnvoll eingesetzt werden?

Es gibt ganz viele alltägliche Situationen oder es können immer auch Ereignisse eintreten, in denen ein Maulkorb angebracht oder nötig sein oder werden kann.

Im umliegenden Ausland kann es Maulkorbpflicht geben, das dürfte den meisten Hundebesitzern bekannt sein. Wer also mit Hund verreisen will, muss je nach Reiseziel einen Maulkorb mitführen bzw. den Hund mit Maulkorb führen.

Auch bei der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel kann das Mitführen oder der Einsatz eines Maulkorbes vorgeschrieben sein.

Bei einem Tierarztbesuch kann ein Maulkorb erforderlich sein oder auch erforderlich werden, damit eine Untersuchung und Behandlung möglich ist bzw. auch unangenehme Untersuchungen oder schmerzhaftere Behandlungen nicht gleich unter Narkose erfolgen müssen. Denn Narkose/Sedierung wäre die Alternative, wenn ein Hund nicht gesichert werden kann, der gesichert werden muss. Da muss man zum einen an die Belastung für den Hund denken, aber zum anderen darf man ruhig auch mal an den eigenen Geldbeutel denken.

Wenn ein Hund Schmerzen hat aufgrund einer Erkrankung oder eines Unfalls, kann auch der netteste Hund sein Verhalten ändern und aggressiv reagieren, auch gegenüber seinem Besitzer.

Ein Hund kann unangenehme Erfahrungen mit anderen Hunden machen oder kann sogar gebissen werden. Das führt leider oftmals zu Verhaltensveränderungen. Ein zuvor völlig verträglicher Hund kann von jetzt auf gleich zu einem völlig unverträglichen Hund werden, kann gegenüber allen Hunden aggressiv reagieren oder kann ein eigenes Schema entwickeln, dass er gegenüber einzelnen Rassen, einzelnen Erscheinungsbildern oder bestimmten Fellfarben, bestimmten Hundegrößen aggressiv reagiert. Dann wird es erforderlich, den Hund zu sichern. Und er muss auch resozialisiert werden. Ein entsprechendes Training wird dann nur mit Sicherung möglich sein, um den Hund selber und vor allem auch andere Hunde zu schützen, aber ebenso den Besitzer und den Trainer.

Bei bestimmten Hunden kann auch ein „normales“ Training eine Sicherung erforderlich machen. Es gibt Hunde, die sehr stressanfällig sind oder eine besonders niedrige Frustrationstoleranz haben und demzufolge keine Korrekturen oder gar Zurechtweisungen annehmen können. Es kann bei einzelnen Hunden auch in bestimmten Situationen zu Übersprungshandlungen kommen.  Schnappen und Beißen können vorkommen. Und da ist die Eigensicherung des Besitzers wichtig, aber ebenso auch die Eigensicherung eines Trainers.

Sehr wichtig ist auch der Aspekt, dass ein Hundeführer mit einem schwierigeren Hund durch die Verwendung eines Maulkorbes Sicherheit gewinnen kann, die Sicherheit, dass sein Hund nicht wirklich etwas Schlimmes anrichten kann, egal wie ungünstig es auch gerade laufen mag. Meist ist nämlich der gegenseitige Vertrauensverlust zwischen Mensch und Hund das große Problem. Ein verunsicherter Hundeführer und ein schwieriger Hund, das ist eine sehr ungünstige Kombination. Gewinnt ein Hundeführer aber wieder Sicherheit, so ist das der erste Schritt in die richtige Richtung.

Hunde, die dazu neigen, draußen alles zu fressen, was ihnen vor die Schnauze kommt oder die zu auffälligem Fressverhalten neigen, kann man mit einem Maulkorb vor Schäden schützen.

Außerdem kann der Maulkorb Hunden das Leben retten, wenn mal wieder bekannt wird, dass Giftköder ausgelegt sind. Und die sind ja fast schon allgegenwärtig, leider.

In der Familie oder bei Freunden gab es Nachwuchs und auf einmal kommen Babys/Kinder zu Besuch. Vielleicht ist ein Hund die Anwesenheit von Kindern nicht gewöhnt oder er ist recht ruhebedürftig oder schnell gestresst o.ä.. Auch dann kann man durch eine vorsorgliche Sicherung des Hundes für alle Beteiligten eine solche Situation sehr entspannt verlaufen lassen.

Eine weitere, ganz alltägliche Situation ist, dass man den Hund pflegen will, dass vielleicht mal Filzknoten entfernt werden müssen oder mal eine Zecke zu ziehen ist oder eine kleine Wunde zu versorgen und der Hund spielt nicht mit, will sich dem entziehen. Es gibt Hunde, die sich gegen derlei Aktionen auch massiver wehren. Es beginnt vielleicht nur mit Zappelei oder mal Knurren, dann folgt Abwehrschnappen oder auch mit der Schnauze die Hand festhalten. Die nächste Eskalationsstufe würde vielleicht Zubeissen sein. Um derlei Situationen gar nicht erst entstehen zu lassen, sollte man nicht anfangen, mit dem Hund zu diskutieren. Besser ist es, einfach zu agieren. Der Hund bekommt seinen Maulkorb auf und man kann dann ganz in Ruhe das tun, was zu tun ist und der Hund lernt gar nicht erst, dass aggressives Verhalten eine erfolgreiche Strategie für ihn sein kann, dass Aggressivität den Menschen zurückzucken oder sogar Abstand nehmen lässt von seinen Absichten.

Es gibt durchaus auch „exotischere“ Situationen, in denen eine allgemeine Maulkorbpflicht verhängt werden kann. Z.B. bei Ausbruch einer Geflügelpest/Vogelgrippe können -je nach Verlauf- die Auflagen auch auf Säugetiere, also auch Katzen und Hunde erweitert werden. Katzen müssen im Haus bleiben und Hunde dürfen draußen nur noch mit Leine und Maulkorb geführt werden. Das wäre dann eine behördliche Auflage und muss umgesetzt werden!

Epilepsie sei in diesem Zusammenhang auch erwähnt. Epileptische Anfälle können plötzlich, ohne jede Vorankündigung, im Grunde bei jedem Hund auftreten. Eine Disposition dazu ist im Vorfeld nämlich nicht erkennbar und eine Epilepsie kann auch durch ein traumatisches Ereignis wie einen Unfall erworben werden. Ursachen/Auslöser für Anfälle können also z.B. Schmerzen sein oder ein traumatisches Ereignis wie ein Unfall. Es kann aber auch nur die Verabreichung eines Spot on-Präparates oder das Anlegen eines Halsbandes gegen Ekto-Parasiten zu Anfällen führen oder gar so etwas Profanes wie das Verfüttern eines Industriefutters mit bestimmten Zusätzen. Hunde können in oder nach einem Anfall aggressiv reagieren. Sie können orientierungslos sein und es kann zu vorübergehendem Verlust der Sinne kommen, also es können Sehfähigkeit, Hörfähigkeit, Geruchswahrnehmung gestört sein. Das kann zu panischem und aggressivem Verhalten führen.

Und man kann natürlich auch die derzeitig noch bestehenden „Nebeneffekte“ des Maulkorbes nutzen. :o)

Wessen Hund über Gebühr von freilaufenden „Tutnixen“ belästigt wird oder von streichelwütigen Menschen genervt wird, den könnte man einen Maulkorb tragen lassen……und schon werden fremde Hunde ganz schnell abgerufen oder die Leute wechseln gar die Straßenseite.

Könnte ein durchaus wohltuender Effekt sein! ;o)

Ein ganz wichtiger Hinweis in Zusammenhang mit Aggressionsverhalten ist, dass wirkliches Zubeißen das Überschreiten einer Grenze bedeutet. Ist diese Grenze einmal überschritten, lässt sich das nicht mehr rückgängig machen. Ein Hund, der einmal zugebissen hat, hat eine heruntergesetzte Hemmschwelle und wird bei einem zweiten Mal weniger fackeln, zumal wenn er das Zubeißen schon als erfolgreiche Problemlösungsstrategie verinnerlicht hat. Man muss sich auch darüber im Klaren sein, dass ein Hund immer weiß, wo seine Zähne sind. Ein wirkliches Zubeißen wird niemals "nur aus Versehen“ passieren!

 

Ich denke, diese Ausführungen machen deutlich, dass eine frühzeitige Maulkorbgewöhnung durchaus eine sinnvolle Sache ist. Die wenigsten Hunde akzeptieren einen Maulkorb einfach so und wird das Tragen eines Maulkorbes von jetzt auf gleich notwendig, dann muss man ihn auch sofort einsetzen können. Dann bleibt keine Zeit, erst noch die nötige positive Maulkorbgewöhnung durchzuführen!

Verknüpft ein Hund das Tragen des Maulkorbs erst einmal nur mit unangenehmen Situationen wie z.B. einem Tierarztbesuch, weil er nur dann Bekanntschaft mit einem Maulkorb gemacht hat, dann ist der Maulkorb als Hilfsmittel fast schon „verbrannt“, denn es ist dann recht schwierig und manchmal auch nicht mehr möglich, das nochmal umzulenken.

Bei einer sorgfältigen Maulkorbgewöhnung hingegen, wird ein Hund den Maulkorb so selbstverständlich tragen wie Halsband oder Geschirr.

 

Eine positive Maulkorbgewöhnung ist z.B. nachzulesen bei der                 

„Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V.“ -> Maulkorbgewöhnung beim Hund -> Merkbblatt Nr. 71


Teletak & Co. - Die besonders umstrittene Art von Hilfsmitteln

 

Zu solchen Geräten gibt es in Deutschland die besonderen Umstände, dass sie zwar verkauft werden dürfen udn der Erwerb nicht strafbar ist, die Verwendung solcher Geräte aber nicht zulässig ist und durchaus empfindlich geahndet werden kann. Dazu gibts es bereits einige Gerichtsurteile. Grundlage für die Urteile ist das deutsche Tierschutzgesetzt.


-------Quelle Wikipedia-----------------------------------------------------

Im Deutschen Tierschutzgesetz heißt es in § 3 S. 1 Nr. 11:

Es ist verboten, […] ein Gerät zu verwenden, das durch direkte Stromeinwirkung das artgemäße Verhalten eines Tieres, insbesondere seine Bewegung, erheblich einschränkt oder es zur Bewegung zwingt und dem Tier dadurch nicht unerhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt, soweit dies nicht nach bundes- oder landesrechtlichen Vorschriften zulässig ist.

Eine widerrechtliche Verwendung von Telereizgeräten stellt nach § 18 Abs. 1 Nr. 4, Abs. 4 TierSchG eine Ordnungswidrigkeit dar, welche mit einer Geldbuße bis zu 25.000 € geahndet werden kann. Im Februar 2006 bestätigte das Bundesverwaltungsgericht, dass es sich bei dem Verbot nach § 3 Nr. 11 TierSchG um ein generelles Verbot handelt. Es stellte klar, dass es dabei nicht auf die konkrete Verwendung im Einzelfall ankommt, sondern darauf, ob die Geräte bauartbedingt geeignet sind, dem Tier nicht unerhebliche Schmerzen zuzufügen.

Telereizgeräte sind Elektroimpulsgeräte. Sie bestehen aus einem Handsender und einem Empfängerhalsband mit einem Impulsgenerator zur Erzeugung von elektrischen Impulsen unterschiedlicher Stärke. Technisch betrachtet handelt es sich um einen kurzen elektrischen Hochspannungsimpuls.
Bei Nichtbefolgen eines Befehls oder bei einem Fehlverhalten kann dem Hund auch über große Distanz, bis über 1000 m, ein dosierter Impuls beigebracht werden. Die Stärke des Reizstroms lässt sich regeln, die Wirkung reicht von leichtem Kribbeln bis zu einem deutlichen Schmerz. Bei modernen Geräten kann auch ein Vibrationsimpuls oder Tonsignal ausgelöst werden.

Der elektrische Weidezaun arbeitet nach einem ähnlichen Prinzip.

Die als unsichtbarer Zaun bezeichneten Geräte gehören ebenfalls zu dieser Gruppe von Hilfsmitteln. Als Auslöser dient hier ein in den Boden eingelassenes Kabel, das als Sender sehr geringer Reichweite fungiert. Bei Annäherung des wiederum am Halsband des Hundes abgebrachten Empfängers löst das Kabel einen Stromimpuls ähnlich dem des Telereizgerätes aus. Einer Einwirkung oder auch nur Anwesenheit des Hundeführers bedarf es dazu nicht. Zusätzlich problematisch ist dabei, dass der Hund bei gesteigerter Trieblage diese Linie sehr wohl überschreiten kann, ihm dann aber der Rückweg versperrt ist.

Das Anti-Bell-Halsband (landläufig Bell-ex genannt) erkennt in der Regel die Vibration des Kehlkopfes beim Bellen. Bellt der Hund, wird ein automatischer elektrischer Strafreiz ausgelöst. Erlaubte Geräte arbeiten mit einem Wasser- oder Luftstrahl, einem Duftreiz, Vibration oder Tonsignalen und werden häufig manuell und nicht automatisch ausgelöst.

Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz kennzeichnet elektrische, chemische, geräuscherzeugende und luftstoßerzeugende Bell-Stop-Geräte als tierschutzwidriges Zubehör, weil eine natürliche Kommunikationsform des Hundes unterdrückt wird.

-------------Quelle: Wikipedia--------------------------------------------------

 

Es muss klar gesagt werden, der Einsatz von Gewalt, der Einsatz von tierschutzrelevanten Hilfsmitteln in der Hundeerziehung ist immer eine Bankrotterklärung des Menschen!

 

Im Umgang mit Hunden kommt es nur dann zu solch vermeintlich nötigen Maßnahmen, wenn dem Menschen das Wissen zu dem so komplexen udn hochsozialen  Lebewesen Hund fehlt, wenn Lerntheorie nicht bekannt ist oder nicht verstanden wurde, wenn die Möglichkeiten der sozialen Beziehung nicht bekannt sind oder nicht verstanden wurden, wenn die Entwicklungen in der Kynologie in den vergangenen Jahren spurlos vorübergegangen sind.

 

Hunde sind so sehr darum bemüht, dem Menschen zu gefallen, alles richtig zu machen, mit ihm zusammenzuarbeiten....wenn man ihnen die Möglichkeit gibt udn ihnen mit Respekt und Wohlwollen begegnet!

 


 

HUNDEANSCHAFFUNG

 

Leider werden Hunde meist wegen ihrer Optik ausgesucht und nicht danach, ob der Hund zu den jeweiligen Lebensumständen oder Vorstellungen passen könnte.....

 

In der Regel ist es doch so, dass wir Hundebesitzer uns alle vorstellen,  einen schönen Alltag mit unserem Hund/unseren Hunden leben zu können. Ein Hund soll sich problemlos in unseren Alltag integrieren und gut zu händeln sein.

Das funktioniert aber nur, wenn ein Hund für die jeweilige Situation, die jeweiligen Vorstellungen, passend ausgesucht wurde!

 

Heutzutage ist die Anschaffung eines Hundes fast schon sowas wie ein reines Lotteriespiel. Gerade angehende Ersthundebesitzer finden sich in der unseligen Situation, sich einem unübersichtlichen Angebot an Hunden unterschiedlichster Herkunft gegenüber zu sehen. Da kann ich nur dringend raten, sich Unterstützung zu holen, sich mindestens vorab beraten, besser noch beim Hundekauf begleiten zu lassen. Hundeschulen, Hundetrainer, Hundevereine bieten diese Unterstützung an. Leider wird das aber viel zu selten, ja praktisch gar nicht genutzt.

Aber auch Hundebesitzer, die sich einen weiteren Hund anschaffen möchten, wären mit Unterstützung oftmals auch besser bedient.

Es gibt mehrere Hundert Rassen, aus denen man aussuchen kann. Bei vielen Rassen handelt es sich um hochspezialisierte Hunde, die für bestimmte Tätigkeiten/Einsatzbereiche gezüchtet wurden. Es gibt dabei etliche, die man als Ersthundebesitzer garnicht erst in Erwägung ziehen sollte, weil sie sehr speziell sind in ihrem Wesen, ihren Eigenschaften und oft wenig Fehlertoleranz in der Erziehung zeigen, was sehr schnell zu einer Überforderung eines unerfahrenen Besitzers führen würde.

Und das wäre doch ein Verlauf, mit dem weder Mensch noch Hund glücklich würden!

Dazu kommt noch eine Vielzahl an Mischlingen. Dabei handelt es sich um Mixe aus zwei Rassen oder um Mixe aus Mixen. Es gibt dabei das Problem, dass die Eigenschaften zweier oder mehrerer Rassen sehr unterschiedlich zusammenkommen können und auch sehr ungünstig aufeinander treffen können. Bei Rassehunden gibt es eine gewisse Vorhersagbarkeit von Eigenschaften. Bei Mixen ist das eben nicht so, es sind einfach "Überraschungseier".

Und nicht vergessen, dazu gehören auch die sogenannten "Designer-Dogs" oder "Hybridzuchten", die in der Regel ziemlich unseriös mit den unmöglichsten Behauptungen beworben werden. Ich möchte es nicht Zucht nennen, sondern drücke es lieber anders aus. Die "Produktion von Mischlingen" geschieht relativ willkürlich, so ziemlich ohne jede Kontrolle und ist ein echtes Glücksspiel. Zudem wird nicht besonders darauf geachtet, was da an Rassen für Verpaarungen herangezogen werden und was Elterntiere für eine Qualität haben. Oft genug sind es ungünstige "Mischungen" und es ist nicht bekannt, was die einzelnen Hunde an genetischem Potenzial mitbringen.

Gut verkäuflich muss es halt sein und richtig Geld bringen.....sonst nix!

Ob nun von einem Züchter oder von einer Tierschutzorganisation oder aus dem Tierheim oder von Privat oder auf Annonce ein Hund übernommen werden soll, es gibt darunter auch reichlich unseriöse Vermittlungsangebote. Diese sind zwar manchmal durchaus offensichtlich, aber in der Regel und gerade für Ersthundebesitzer doch eher schwieriger auszumachen. Für so manchen angehenden Ersthundebesitzer sind sie aufgrund der Unerfahrenheit oft genug garnicht zu erkennen. Man muss unterscheiden können, ist ein Züchter verantwortungsvoll oder handelt es sich vielleicht doch nur um einen Menschen, der in erster Linie mal gerne Geld verdient. Da kann man leider auch den "guten VDH-Züchter" nicht ausnehmen. Gewissenlose Hunde-Vermehrer oder Hunde-Händler halten auch nicht gerade ein Schild hoch. Selbst bei Tierschutzorganisationen oder in Tierheimen ist man nicht automatisch an der richtigen Adresse. Die Vermittlungspraxis kann sehr unterschiedlich sein. Entweder kennt man die Hunde nicht ausreichend oder es werden sogar vorsätzlich wichtige Informationen verschwiegen. Da geht es dann nur rein um den Vermittlungserfolg und sonst nichts, leider.

Speziell bei den Tierschutzhunden/Auslandhunden kann sich ein Ersthundebesitzer eben auch schnell mal in der Situation wiederfinden, dass ihm ein Hund vermittelt wurde, der nur in erfahrene Hände gehört hätte udn der einen noch unerfahrenen Besitzer völlig überfordert. Dabei kann es um Verhaltensprobleme gehen, aber ebenso auch um gesundheitliche Probleme, die bei Auslandshunden doch eher und in massiverer Ausprägung vorhanden sein können.

Jemand, der einen Hund gut vermitteln möchte, wird sehr viele Fragen an Interessenten haben. Es handelt sich dabei gewiss nicht um unangebrachte Neugier. Man sollte diese Fragen akzeptieren und auch ehrlich beantworten. Es geht dabei um das Wohl eines Hundes.

Hunde sind sehr soziale Lebewesen und für sie ist es eine extrem schwierige Sache, einen Sozialverband verlassen zu müssen. Passt es nicht und es kommt zu einer Abgabe, ist der Leidtragende schliesslich immer der Hund!

Von einer Sache muss abgeraten werden. Niemand sollte sich verleiten lassen, zwei Welpen aus einem Wurf zu nehmen. Ein Züchter, der gerne zwei Welpen aus einem Wurf zusammen verkaufen würde, kann m.M. nach nicht als seriös betrachtet werden. Ein gewissenhafter  Züchter würde das nicht tun, weil er nur zu gut weiss, was sich dabei für Probleme ergeben können, gerade für Ersthundebesitzer. Erfahrene Hundehalter werden kaum in Erwägung ziehen, Wurfgeschwister zusammen aufzunehmen. Sie wissen in der Regel, wieviel Arbeit es schon macht, auch nur einen Welpen verantwortungsvoll grosszuziehen udn können in der Regel absehen, wie schwierig sich eine Aufzucht von Wurfgeschwistern gestalten würde.

Unter erfahrenen Hundemenschen heisst es sinnvollerweise, wenn der erste Welpe gut grossgezogen wurde, gut erzogen und auch gefestigt ist, erst dann schafft man einen zweiten Hund an. Das gilt aber ebenso, wenn man erwachsene Hunde übernommen hat. Erst wenn der erste Hund gut funktioniert, dann erwägt man die Anschaffung eines Zweiten. Schafft man zu einem ersten Hund, der noch nicht gut erzogen und gefestigt ist, einen weiteren an, hat man nämlich schnell mal binnen kürzester Zeit zwei unerzogene Hunde.

Und ich kann versprechen, das ist nicht lustig! Und es wird dann so richtig schwierig, eine solche Situation wieder in den Griff zu bekommen!

Für den Aufbau eines gut funktionieren Rudels, also für die Zusammenstellen von mehr als zwei Hunden, muss man sich um so sorgfältiger überlegen, welche Art Hund man zu vorhandenen Hunden dazunimmt. Ungünstig ist, gleichgeschlechtliche Hunde derselben Altersstufe zusammenzuwerfen. Man sollte sich auch sehr genau überlegen, wann der rechte Zeitpunkt für eine nochmalige Erweiterung einer Hundegruppe ist. Es ist eher ungünstig, Hunde sehr zeitnah hintereinander anzuschaffen.

Es gibt allgemein sehr viele Aspekte, die bedacht werden sollten und niemand sollte sich scheuen, bei einer Entscheidung, die für uns schon eine lange Zeitspanne umfasst, aber für einen Hund sein ganzes Leben bedeutet, einfach auch mal Hilfe in Anspruch zu nehmen!

 

UND BITTE UNBEDINGT FINGER WEG VON WÜHLTISCH-WELPEN!

 

Wie halte ich es mit der Anschaffung? Ich weiss zumindest schonmal, was nicht zu mir passt.

Ich persönlich würde z.B. mit einem Vollblut-Jäger nicht glücklich werden. Die Vorstellung, einen Hund sein Leben lang nur an der Leine führen zu müssen, ihn nie ableinen zu können, weil er jagen würde wie die Hölle, das wäre einfach nicht mein Ding. Mit einem kontrollierbaren Jagdtrieb hingegen, der sich gut erzieherisch bearbeiten lässt, kann ich umgehen. Mein Terrier hat damals zwar ein langes Training gebraucht, konnte danach aber überall frei laufen. Mops und Labbi waren da deutlich einfacher auf Kurs zu bringen. Ausgerechnet mein 4kg-Mix hat sich als der Jagdinteressierteste herausgestellt, aber wir haben das sofort grundlegend ausdiskutiert und er weiss, Frauchen ist not amused über Jadgversuche.

Ich liebe es jedenfalls, dass meine Hunde auf Spaziergängen in Wald und Flur frei laufen können! Von daher bin ich auch nicht in Gefahr, mich für einen Hund zu entscheiden, den ich als Vollblutjäger einstufen müsste.

Ebensowenig würde ich wohl glücklich werden mit einem besonders pflegeintensiven "Fellmonster". Die Vorstellung, permanent an einem Hund herummachen zu müssen, permanent Stunde um Stunde in die Fellpflege investieren zu müssen, das wäre auch eher nicht mein Ding. Ich mag es, dass Labbi und Pinschermix da weniger Aufwand brauchen. Nur mein Mopsmädchen ist etwas pflegeintensiver. Sie ist so eine Art "Sibirian Pug". Sie hat für einen Mops ein langes und extrem dichtes Fell udn flust wie blöde.....das ganze Jahr über.....das reicht mir völlig an Pflegearbeit! Ich bin also auch nicht in Gefahr, mich für ein Fellmonster zu entscheiden.

Ich habe derzeit ein 3er Rudel. Die einzelnen Hunde sind mit Bedacht ausgesucht. Sie sind optisch sehr unterschiedlich, aber sind im Kern durchaus ähnlich gestrickt. Sie haben alle ihre eigene Persönlichkeit. Sie sind alle drei sehr gutartig. Sie passen nicht nur zu mir, sie passen vor allem zueinander. Die Optik leitet mich nicht, ihre Persönlichkeit und Ausstrahlung tut das.

Wir sind ein gutes Team, wir vier! Das ist einfach toll!

 

Und ich wünsche allen Hundemenschen ein glückliches Händchen bei der Auswahl ihrer vierpfotigen Begleiter!!


 

Die Hundeszene – ein Markt mit Zukunft

Einige ausschließlich kritische Gedanken mit sehr persönlicher Einfärbung

 

In den letzten beiden Jahrzehnten hat sich die Welt der Hundebesitzer und ihrer Hunde gewaltig verändert. Informationen rund um den Hund wurden immer mehr, immer fundierter und immer einfacher zugänglich. Es gibt eine enorme Dichte an Hundeschulen und Trainern und eine große Methodenvielfalt. Medizinische Versorgung ist ebenfalls flächendeckend. Und es gibt ja fast nichts, was es nicht für einen Hund zu kaufen gibt. Tolle Voraussetzungen für das Leben mit einem Hund sollte man meinen!

Aber wie kommt es dann, dass eben nicht alles toll ist? Wie kommt es dazu, dass Probleme mit Hunden, Verhaltensauffälligkeiten bei Hunden, Erkrankungen und gesundheitliche Probleme eher mehr werden statt weniger?

 

Es gibt eine Flut von Angeboten für Hundebesitzer und ihre Hunde. Bücher zu wirklich allen Themen sind zu bekommen, ebenfalls DVDs und Downloads gibt es reichlich. Im Internet gibt es wirklich unzählige Seiten zu allen Themen rund um den Hund und eine unübersichtliche Anzahl von Foren und Gruppen. Aus-und Weiterbildungsmöglichkeiten sind breit gestreut und jedem zugänglich. Hundetrainer und Hundeschulen oder Hundevereine gibt es mittlerweile an jeder Ecke. Angebote für Beschäftigungsmöglichkeiten sind mannigfaltig. Die Geschäfte mit Futter und Zubehör laufen auf Hochtouren. Im medizinischen Bereich ist die Versorgung mittlerweile auf einem sehr hohen Niveau, was die Zugänglichkeit sowie die Möglichkeiten angeht. Und durch Züchter, Händler, Privatleute und vor allem auch den Tierschutz ist der Nachschub für den Markt mit immer mehr Hunden auch mehr als gesichert.

 

Und da sind wir schon bei meinem Thema:

Der Markt rund um den Hund hat sich über die Jahre zu einem Milliardengeschäft entwickelt. Und wer kann, schneidet sich gerne ein Scheibchen davon ab. Leider aber völlig unabhängig davon, ob es Sinn macht oder nicht und fatalerweise leider auch mit durchaus sehr unterschiedlicher Qualität, die sich nicht unbedingt in den sehr erheblichen Preisspannen spiegeln muss.

 

Was bedeutet das nun eigentlich für den Hundebesitzer?

Beginnen wir mal mit der grundlegenden Versorgung des Marktes. Was es da an Angeboten gibt, ist teils unglaublich. Hunde werden produziert und importiert auf Teufel komm raus und auch Abgaben sind an der Tagesordnung. Gerade für potentielle Ersthundebesitzer ist die Vielfalt der Angebote aus den unterschiedlichsten Quellen eine völlig unübersichtliche Situation.

Es gibt sie, die guten und seriösen Züchter. Aber es ist meist mühselig, nach diesem guten Züchter zu suchen und dann wartet man u.U. auch noch lange auf seinen Welpen. Geduld, das ist in der heutigen Zeit wenig gefragt, selbst dann nicht, wenn es um ein Lebewesen geht, mit dem der Mensch viele Jahre seines Lebens teilen will.

Zudem weiss ein potentieller Ersthundebesitzer in der Regel noch nicht, welche Fragen er stellen und wie er Antworten bewerten sollte.

Also wird flugs die Zeitung aufgeschlagen oder die Kleinanzeige im Internet gesucht. Dort wird „mal eben“ gekauft, weil der Welpe ja so süß oder der Hund so schön ist oder weil geschickt großes Mitleid erregt wird. Die Geschichten hinter den Hunden können wahr sein oder auch nicht. Man kann Glück haben oder auch nicht. Oft genug werden Dinge verschwiegen oder es wird auch schlicht gelogen, dass sich die Balken biegen.

Besonders Designer-Dogs, Hybridhunde oder Hunde, die in ungewöhnlichen Farbschlägen angepriesen werden oder auch sogenannten Fehlfarben sind, werden mit den unglaublichsten Behauptungen vermarktet. Da werden irgendwelche Mischlinge produziert und zu horrenden Preisen auf den Markt gebracht. Das ist nichts als pure Geschäftemacherei.

Auch Privatleuten kann man nicht unbesehen die gerne benutzte Behauptung abnehmen, es handele sich um einen „Unfall-Wurf“. Ups, da ist die Hündin ja schon wieder trächtig. Und das Geld für die Welpen wird immer wieder gerne genommen, egal von wem. Wenn man sich keinen Aufwand mit nichts macht, dann sind auch ein paar Hundert Euro einfach schicke zusätzliche Einnahmen.

Selbst bei Tierheimen/Tierschutzorganisationen gibt es die Praxis, den Geldtopf zu füllen durch schnelle Vermittlung von besonders nachgefragten Hunden. Kleine sind z.B. besser vermittelbar als große Hunde und weiße besser als schwarze. Wenn man also weiß, was für eine Art Hund schnell vermittelt werden kann, lässt sich Nachschub aus dem Ausland gut organisieren. Und leider kann man auch im Tierschutz nicht davon ausgehen, dass es immer eine gute Vermittlungspraxis gibt. Oft genug geht es nur um den schnellen Vermittlungserfolg und das damit verbundene Geld in der Kasse. Ausbaden müssen das die neuen Besitzer und letztendlich der Hund.

Aber auch die Züchter von Rassehunden sind keineswegs außen vor. Den oft zitierten „guten VDH-Züchter“ gibt es so nicht. Züchter in einem Verein zu sein, der im Dachverband VDH organisiert ist, ist kein Qualitätssiegel. Leider ist nämlich festzustellen, dass es hauptsächlich in der Verantwortung des jeweiligen Züchters liegt, wie er seinen Job macht. Und das kann qualitativ äußerst unterschiedlich ausfallen. In der Regel sind aber seitens eines seriösen Vereins/Verbandes wenigstens Grundanforderungen abgedeckt.

Gerade auch bei Rassen, die unter die Bezeichnung Qualzuchten fallen, muss man hinsichtlich der Züchter sehr kritisch sein. Nur zu gerne werden Probleme dieser Rassen schöngeredet oder gar völlig ignoriert und keinerlei Anstrengungen unternommen, für diese Hunde etwas zum Positiven zu verändern. Solange es einen Markt gibt, sie gut verkauft werden können, gibt es eben auch keinen Druck für Veränderungen.

Immer wieder liest man bei Angeboten den Begriff „mit oder ohne Papiere“. Auch das ist ein kritischer Punkt. Beantwortet wird das von Interessenten gerne mit „ich brauche keine Papiere, ich will ja nicht züchten“. Es hat seinen Grund, dass gezüchtete Rassehunde ein Pedigree/einen Herkunftsnachweis haben, sofern diese von seriösen Vereinen/Verbänden stammen. Ein Pedigree steht eben nicht nur für die Abstammung. Es steht auch für eine Herkunft, die nicht tierschutzrelevant ist, die nicht ausbeuterisch mit den Mutterhündinnen umgeht. So ist z.b. festgelegt, dass eine Hündin erst ab einem bestimmten Alter belegt werden darf, wie lang die Pause zwischen zwei Würfen sein muss, wie viele Würfe eine Hündin maximal haben darf. Es steht also für gewisse Mindestanforderungen in der Zucht.

Und trotzdem sind Pedigrees mit Vorsicht zu genießen, gibt es doch Vereine/Verbände, die ausschließlich dazu dienen, schick aussehende Papiere erzeugen zu können, um die Vermarktung von Hunden zu verbessern. Schöne Abstammungsnachweise sollen einfach einen guten Eindruck beim Verkauf machen. Bei solch unseriösen Vereinen/Verbänden, die meist sehr viele oder sogar alle Rassen repräsentieren wollen, kann von kontrollierter Zucht keine Rede sein. Einfach jeder kann Mitglied werden und Papiere werden nach Angaben der Züchter erstellt. Und eine Herkunft kann durchaus auch mal frech erstunken und erlogen sein. Solche Pedigrees sind das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind.

Und auch wenn nur eine Rasse repräsentiert wird, so muss ein Zuchtverein nicht zwangsläufig so gut sein, wie ein engagierter Internetauftritt einen glauben machen möchte.

 

Kommen wir zur Tiermedizin. Es gibt eine Rundum-Versorgung. So segensreich das auch sein mag, so hat jede Medaille auch eine Kehrseite. Auch ein Tierarzt ist Dienstleister, auch ein Tierarzt möchte Geld verdienen. Natürlich ist das so und es ist ja auch legitim. Aber womit wird Geld verdient?

Vor allem wird mit Impfungen Geld verdient. Und das ist ein wirklich gutes Geschäft, ein millionenschweres Geschäft! Es wird geschätzt, dass z.B. städtische Kleintierpraxen fast die Hälfte ihres Umsatzes mit Impfungen erzielen. Leider aber auch ein Geschäft nicht zum Wohle der Tiere, weil oft zugunsten des Umsatzes ohne jedes Augenmaß alles geimpft wird, was nicht bei drei auf dem nächsten Baum ist. Es hieß früher mal, wenn es nichts nützt, so schadet es auch nicht, aber heute weiß man das deutlich besser.

Heute weiß man, dass Impfen und erst recht übermäßiges Impfen sehr wohl schadet. Außerdem weiß man heute, dass die Immunitätszeiträume weit größer sind, als die Impfstoffhersteller das angeben und sogar davon ausgegangen werden kann, dass Impfungen wie z.B. gegen Tollwut lebenslangen Schutz bieten. Das nehmen Tierärzte aber leider nur sehr ungerne oder auch gar nicht zur Kenntnis. Und mangelhaft über falsch bis gar nicht klären sie die Hundebesitzer auf. Aber Aufklärung wäre ja wohl auch quasi geschäftsschädigend. Selber erlebt habe ich vor kurzem, dass ich einen Hund mit einem Einzelimpfstoff Tollwut impfen lassen wollte und im Impfpass auch 3 Jahre Gültigkeit eingetragen werden sollte. Da wurde mir von der TA geradezu triumphierend erklärt, das gäbe es nicht mehr, das sei zurückgenommen worden. Ausserdem müsse auch ein erwachsener Hund grundimmunisiert werden mit mehreren Impfungen. Wenn ein TA sowas womöglich noch mit Überzeugung vorbringt, frage ich mich sofort, ob der überhaupt zu irgendwas informiert ist, wenn der schon beim Impfen so einen Müll erzählt. Schliesslich lässt sich von mir als Hundehalter hinsichtlich der Zulassungen alles nötige auf der HP des Paul-Ehrlich-Institut (PEI) nachlesen.

Auch Auffälligkeiten im Zusammenhang mit Impfungen werden nicht als solche zur Kenntnis genommen, vor allem dann nicht, wenn sie nicht in ganz nahem zeitlichen Zusammenhang stehen. Meldungen über unerwünschte Wirkungen an das Paul-Ehrlich-Institut als zuständiges Bundesinstitut kommen kaum bzw. praktisch gar nicht vor. Möchte man eine Meldung an das PEI erreichen, wird man als Patientenbesitzer in der Regel abgebügelt. Aber eine solche Meldung kann auch von jedem Patientenbesitzer an das PEI adressiert werden.

Auch heute ist es noch Usus, Wurmkuren im 3-Monats-Intervall zur grundlegenden medizinischen Versorgung des Hundes zu zählen. Es wird argumentiert, dass es sich um ein strategisches Vorgehen handelt bei diesen intervallmäßigen Entwurmungen. Wurmkuren machen aber nur Sinn, wenn auch Würmer da sind. Wurmkuren bekämpfen Würmer, das ist ihr Job. Eine prophylaktische Wirkung von Wurmkuren gibt es nicht! Und auch eine strategische Entwurmung hat Lücken, bietet also keineswegs volle Sicherheit. Viele Hundehalter glauben das aber und Tierärzte korrigieren diesen Irrtum natürlich auch nicht. Umsatzeinbußen bei dem Selbstläufer Wurmkuren sind halt nicht das Ziel. Auch hier könnte man meinen, wenn es nichts nützt, so schadet es auch nicht. Aber auch hier ist das so nicht richtig. Ständige Wurmkuren können den Darm schädigen. Zum einen erhöht das die Anfälligkeit für erneuten Befall und zum anderen darf man nicht vergessen, das Immunsystem fängt im Darm an. Ein dauerhaft geschädigter Darm ist also wirklich problematisch.

Ein weiter Selbstläufer ist die Ungezieferprophylaxe. Spot-on-Präparate sind beim Tierarzt ein Renner. Viele Hundebesitzer machen sich nicht klar, dass es sich hier um Gifte, um Nervengifte handelt. Und der Tierarzt sagt, wenn überhaupt das, was in der Packungsbeilage nachzulesen ist. Gut verträglich sei es und die u.U. auftretenden Auffälligkeiten seien normal und nicht weiter relevant.

Da ist u.a. unter unerwünschten Wirkungen nachzulesen über sogenannte „neurologische Symptome“. Was hat man sich darunter vorzustellen? Das kann von Benommenheit, Orientierungslosigkeit über Koordinationsstörungen bis hin zum epileptischen Anfall gehen. Ein Grund für diese verharmlosenden Umschreibungen ist, dass von Tierärzten Nebenwirkungen kaum bzw. praktisch gar nicht weitergemeldet werden und Hundebesitzer nicht wissen, dass sie selber das auch tun könnten. Adressiert werden muss das an die Bundesbehörde. Das würde dafür sorgen, dass Nebenwirkungen in ihrer Art und Häufigkeit erfasst und bewertet würden. Eine Nutzen-Risiko-Analyse würde für so ein Präparat dann vielleicht auch anders ausfallen als bisher.

Es ist wirklich schön, dass unseren Hunden mit so vielen Möglichkeiten geholfen werden kann und es mittlerweile auch viele spezialisierte Tierärzte und Tierkliniken gibt.

Es gibt aber auch Spezialisierungen, die zwar zum einen für die betroffenen Hunde ein Segen sind, die aber zum anderen an Zuchtmängeln oder Qualzuchten viel Geld verdienen und leider Qualzuchten dadurch auch direkt oder indirekt unterstützen. Als krasses Beispiel möchte ich hier die englischen Bulldoggen anführen. Bei dieser Rasse ist das Decken auf natürlichem Weg die Ausnahme geworden. Es ist anatomisch einfach meist nicht mehr möglich. Also wird dem gewünschten Rüden Samen abgenommen und die Hündin künstlich besamt, damit sie trächtig werden kann. Das ist für mich eine Form der direkten Unterstützung von geradezu abartigen Zuchtzielen.

Da es viele Möglichkeiten gibt, Zuchtfehler wegzuoperieren und Hunde eben auch vor der Körung Korrekturen erfahren können, die dann als zuchteinschränkendes oder zuchtausschließendes Merkmal nicht mehr erfasst werden, nicht erfasst werden können, kann also auch ein Hund mit gesundheitlichen Mängeln in die Zucht gebracht werden. Als Beispiel sei Probleme mit den Ellbogen angeführt. Da wird schon frühzeitig operiert, da Probs meist in dem Alter  um 5 bis 6 Monate auftreten. Ist für die Zuchtzulassung kein Röntgen vorgeschrieben, kann ein Hund in die Zucht gelangen. Auch bei Problemen mit den Augenlidern wird schon frühzeitig der Mangel wegoperiert. Ein Züchter investiert dann lieber in eine OP, wie teuer sie auch sein mag, statt mit einen Hund nicht zu züchten, denn die Kosten für Anschaffung und Aufzucht eines potentiellen Zuchthundes sind ja nicht unerheblich und der Zeitverlust für den Züchter ist ebenfalls eine wichtige Komponente.

Einen Zuchthund aus der Zucht zu nehmen wegen gesundheitlicher Auffälligkeiten der Nachkommen ist leider ebenfalls nicht selbstverständlich. Ein gutes Beispiel ist hier das immer grösser werdende Problem Epilepsie. Sie kann durch ein Trauma erworben werden oder ist ererbt. Die ererbte Epilepsie kann bereits bei den Eltern sichtbar sein, muss aber nicht. Die Eltern können auch nur Träger sein und dann würde das erst bei den Nachkommen sichtbar werden. Es ist bekannt, dass Epilepsie in einigen Rassen bereits verankert ist. Das ist die Folge von solchen Vorgehensweisen. Es gibt sogar einen Zuchtwert für Epilepsie z.B. bei den großen Schweizer Sennenhunden.

 

Am Markt von Hundezubehör kann man exotische Blüten wachsen sehen.

Nichts gegen schicke Halsbänder und Geschirre oder tolle Leinen, bunte Leckerliebeutel oder nette Täschchen für Kot-Beutel, bequeme und kuschelige Hundekörbchen oder auch orthopädische Hundebetten oder Einstieghilfen oder Boxen in großer Vielfalt oder sonstiges in der Art. Finde ich auch gut. Allgemein, aber ganz besonders für Kleinhunde wird ein teils unfassbarer Chichi angeboten. Darin spiegelt sich, dass der Hund, aber vor allem der Kleinhund, zunehmend eher als Partner-oder Kinderersatz oder gar als Püppchen oder modisches Zubehör statt als Hund gesehen wird. Und genau da wird eingehakt und fleißig auch noch mit den unsinnigsten Angeboten eine unschöne Entwicklung ausgenutzt. Hauptsache das Geschäft wird gemacht.

Dasselbe gilt auch für Spielzeuge. Oftmals völlig ungeeignet von Art oder Material und nicht selten sogar gefährlich. Es gibt diesbezüglich schlicht keine wirkliche Reglementierung. Hauptsache verkäuflich, Hauptsache gewinnbringend.

 

Im Bereich Fertigfutter und Leckerlies, muss man leider ebenfalls feststellen, dass Angebote in ihrer Art und von der Zusammensetzung zum überwiegenden Teil nicht artgerecht sind. Dem Hundebesitzer wird zudem gerne suggeriert, dass er nicht in der Lage ist, seinen Hund selber zu ernähren und es unerlässlich ist, auf Fertigfutter zurückzugreifen.

Aber oft genug wird auch noch aus den minderwertigsten Zutaten Geld geschlagen, die nichts anderes als Produktionsabfälle aus z.B. Gastronomie oder Schlachtbetrieben oder Großbäckereien o.ä. sind und deren Verwendung wirklich sehr fragwürdig ist. Außerdem liest sich so manche Zutatenliste fast wie Hühnerfutter. Deklarationen bei industriell hergestelltem Futter sind in der Regel weniger erhellend sondern statt dessen eher bewusst irreführend. Die Futtermittelverordnung ist derart löchrig, dass all das nicht mal gegen diese Verordnung verstößt, weil schlicht nicht reglementiert. Was nicht ausdrücklich verboten ist, ist erlaubt. Bei industriellem Hundefutter geht es keineswegs um die gesunde Ernährung der Hunde. Minimaler Einsatz bei größtem Gewinn ist die Devise. Es geht knallhart um das Geschäft.

 

Im Bereich Hundepflege geht es oftmals auch unschön zu. Hundefriseure sind nicht automatisch gut ausgebildete Fachkräfte. Selbst eine Ausbildung macht sie nicht unbedingt dazu. In der Regel sind das Kurzzeit-Ausbildungen, die eher den Ansprüchen von Existenzgründern entsprechen. Sicherlich kann da auch gutes Handwerk vermittelt werden. Leider aber unter dem Gesichtspunkt von Effizienz und nicht unbedingt zum Wohle des Hundes. Auch da gehts um das Geschäft. Der Einsatz von Fönboxen dient z.B. der Effizienz. Für Hunde ist das äusserst unschön. Die Hunde werden auch heute noch mit straffen Gurten am Galgen des Schertisches aufgehängt. Bei Rüden auch im Bereich der Genitalien. Begründet wird das mit Sicherung des Hundes. Sichern geht aber auch sehr viel angenehmer für den Hund. Und der hauptsächliche  Grund ist, den Hund so möglichst zu fixieren, damit er ruhig steht und gut und damit auch zügig  bearbeitet werden kann. Baden muss sein, wird der Hundefriseur gerne behaupten. Im Sinne eines möglichst guten Ergebnisses. Muss? Nein, muss nicht zwangsläufig. Wenn man das will, kann man das sehr viel differenzierter betrachten und im Einzelfall entscheiden, ob das wirklich nötig ist. Sofern einem nicht das Arbeitsgerät mehr am Herzen liegt, weil Scheren und Scherköpfe natürlich schneller stumpf werden und eher zum Nachschleifen müssen. Und die Pflege des Arbeitsgerätes ist durchaus ein Kostenfaktor. Gerne wird den Besitzern nahegelegt, den Hund beim Friseur abzugeben und später wieder abzuholen. Für mich eine grenzwertige Sache. Mag ja sein, dass es das Handling erleichtert, wenn ein Besitzer nicht anwesend ist. Aber das darf kein Grund sein, das muss ein Friseur im Griff haben. Ich weiß von Friseuren, wo die Hunde sediert werden, sobald der Besitzer durch die Tür ist. Ich weiß von Hunden, die von ihren Besitzern quasi vom Hundefriseur direkt in die nächste Klinik gefahren werden müssten, weil sie offensichtlich vom Tisch gefallen sind und sich dadurch Verletzungen zugezogen haben. Ich weiß von Hunden, die beim Abholen ein nervliches Wrack waren.

Ein seriös arbeitender Hundefriseur wird gewiss nichts dagegen haben, dass ein Besitzer bei seinem Hund bleibt. Wer in allen Belangen sauber arbeitet, der lässt sich auch auf die Finger schauen, der hat damit gewiss kein Problem.

 

Betrachten wir nun das Hundetraining.

Es wurden über die Jahre Vorgehensweisen und Sichtweisen etabliert, die nicht immer gut für unsere Hunde, hingegen aber auf jeden Fall gut für das Geschäft sind.

Es gilt heute als selbstverständlich, dass jeder Hund erzogen wird und dazu möglichst auch eine Hundeschule zu besuchen hat bzw. ein Trainer in Anspruch genommen wird. Im Grunde eine gute Sache, um Erziehungsfehler zu vermeiden und einen Alltags-kompatiblen Hund zu bekommen. Wenn das Angebot qualitativ gut ist.

Leider gibt es aber auch heute noch keine verbindlichen Ausbildungsgänge für Hundetrainer, die für ein gewisses Grundniveau stehen würden. Es liegt in der Verantwortung des Einzelnen, auf welchem Niveau er arbeitet, ob er letztendlich einen wirklich gut sortierten Werkzeugkasten hat und auch, wie er es mit dem Thema Weiterbildung hält.

Es gibt sie natürlich, die wirklich guten Trainer, also die, die fundiertes Wissen haben, die genau wissen, was sie wann tun und warum!

Aber es gibt auch die, die ich mal als schwarze Schafe bezeichnen möchte, weil kein fundiertes Wissen da ist, weil nur nach einem mehr oder weniger geeigneten Schema F gearbeitet wird, weil die Entwicklung über die Jahre spurlos an ihnen vorüber gegangen ist, weil immer noch tierschutzrelevanter Umgang erfolgt oder weil sogar tierschutzrelevante Hilfsmittel eingesetzt werden.

Daran hat leider auch der §11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 8f TierSchG bisher nichts geändert, da die Umsetzung nicht einheitlich erfolgt. Jedes Veterinäramt kann seine eigene Vorgehensweise wählen und das Niveau ist demzufolge höchst unterschiedlich. Der ursprüngliche Gedanke, Tierschutzgesetz-konforme Arbeitsweisen sicherzustellen, ist bei der Umsetzung zunehmend verloren gegangen. Obwohl Hundetrainer zusammen mit der Erlaubnis nach §11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 8f TierSchG gleichzeitig auch die Auflage bekommen, dass sie keine tierschutzrelevanten Hilfsmittel einsetzen dürfen, fühlt sich nicht auch jeder Trainer tatsächlich an diese Auflage gebunden. Es gibt genug, die einfach so weitermachen wie zuvor udn sich nicht darum scheren, ob ihre Methoden tierschutzrelevant sind.

Leider ist es für den Hundebesitzer nicht immer leicht, die Spreu vom Weizen zu trennen. Vor allem bei Besitzern schwieriger Hunde ist die Hilflosigkeit und der Leidensdruck oft so groß, dass nach jedem Strohhalm gegriffen wird, egal wie dieser aussieht. Hauptsache im x-ten Anlauf irgendwie erfolgversprechend.

Aber gewerbliches Hundetraining soll sich ja nun auch rechnen. Ganz klar eine völlig legitime Sache. Es wird meist mit Kurssystem gearbeitet, was effektiv sein kann. Oder auch nicht. Und außer Erziehung wird vor allem auch Beschäftigung angeboten. Und Kundenbindung ist ein wichtiges Thema, wenn sich derartige Angebote rechnen sollen.

Es wurde das Zauberwort Auslastung erfunden. Ein genialer Wurf! Das hat sehr gut funktioniert, dieses Mantra, dass Hunde unbedingt ausgelastet werden müssen. Und es ist eine unübertrefflich gute Grundlage für gute Geschäfte. So mancher Hund hat einen Stundenplan wie ein Eliteschüler. Heute Clickern, morgen Agility, übermorgen Mantrailing oder Fährten, Dogdance, Flyball, Frisbee, ZOS, VPG, Rettungshundearbeit usw.usf. Und natürlich dürfen auch Freiläufe oder Gruppenspaziergänge nicht fehlen.

Ab einem gewissen Punkt kamen zudem Welpen-Gruppen/Welpen-Spielstunden in Mode. Ganz schön clever, denn der Kunde wird schon gleich nach dem Kauf eines Welpen gebunden. Leider ist festzustellen, schon dort wurden/werden die Hunde in der Regel bereits für ein Leben auf der Überholspur geprägt. Die wenigsten dieser Gruppen waren/sind gut aufgebaut und vor allem gut moderiert. Je mehr das etabliert wurde, desto mehr offenbarten sich im Nachhinein die daraus resultierenden Probleme, die sich bei nicht optimaler Durchführung leider so sicher zeigen wie das Amen in der Kirche.

Ein Günther Bloch hat schon vor weit über einem Jahrzehnt darauf hingewiesen, dass man einen Hund einfach Hund sein lassen sollte. Er hat vor dieser Entwicklung gewarnt und sie damals schon den „grassierenden Beschäftigungswahn“ genannt.

Was bedeuten die „üblichen“ Angebote eigentlich?

Bedarf wird geschaffen. Der Kunde wird möglichst gebunden. Und die Angebote werden in erster Linie mal für den Menschen kreiert und nicht für den Hund. Der Mensch greift auf, was ihm selber Spaß macht. Der Hund braucht das oft genug nicht wirklich. Es erfolgt auch meist keine Regulierung, wenn der Mensch dem Hund zu viel anbietet oder nicht das Richtige. Denn auch hier geht es ja wieder mal um Geld.

Trainer, Hundeschulen, Hundevereine schaffen sich quasi ihre eigenen Kunden.

 

Was lernen Hunde heutzutage bei all dem?

Sie werden immer weiter, immer wieder hochgepusht, möglichst in ständiger Erwartungshaltung gehalten.

 

Was lernen Hunde heutzutage bei all dem nicht?

Ruhe, Gelassenheit, Ausgeglichenheit als Grundlage für einen harmonischen Alltag, für ein stressfreies Zusammenleben. Und das ist vor allem auch Grundlage für Gesundheit.

Es ist allseits zu beobachten, dass der Anteil der Hunde mit Schwierigkeiten bei Impulskontrolle und Frustrationstoleranz und daraus resultierenden erheblichen Verhaltensauffälligkeiten alarmierend steigt. 

 

Was lernen Hundebesitzer heutzutage bei all dem?

Von allen Seiten werden sie belehrt, so dass sie völlig den Faden verlieren und irgendwann tatsächlich selber glauben, keine Ahnung von Hundehaltung zu haben und nicht zu wissen, was ihr Hund wirklich braucht und auf Anleitung angewiesen zu sein. 

 

Was lernen Hundebesitzer heutzutage bei all dem nicht?

Auf ihr natürliches Bauchgefühl für ihren Hund zu hören und sich selber zu vertrauen, wenn es um die Belange ihres Hundes geht.

 

Also alles hoffnungslos verfahren?

NEIN!

Jeder kann jederzeit für sich entscheiden, andere Wege zu gehen statt den ausgetrampelten Pfaden zu folgen!

Jeder kann jederzeit entscheiden, sich wieder auf die wesentlichen Dinge zu besinnen!